Johanniter Krankenhaus Oberhausen

Erläuterung häufiger Erkrankungen

Verständliche Erläuterungen zu häufigen Erkrankungen für Patienten:

Prostatakrebs (Prostatakarzinom, PCA)

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Rund 19% aller in Deutschland bei Männern jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen betreffen die Prostata. Das sind mehr als 41.000 neu entdeckte Prostatakarzinome pro Jahr. Der Häufigkeitsgipfel liegt dabei jenseits des 60. Lebensjahres.

Die Ursache der Erkrankung ist bisher weitgehend unbekannt. Genetische Disposition und Umweltfaktoren (z. B. Ernährung) spielen in der Genese (Entstehung) der Erkrankung eine Rolle. Die im fortgeschrittenen Lebensalter häufige gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata), die benigne Prostatahyperplasie, stellt ebenso wie die Prostatitis, ob chronisch oder akut, keinen Risikofaktor dar.

Das Frühstadium der Erkrankung ist symptomlos. Im fortgeschrittenen Stadium können uncharakteristische Beschwerden auftreten. Dazu gehören Blasenentleerungsstörungen, Knochenschmerzen, Gewichtsverlust und Blutarmut. Da es erst bei fortgeschrittener Erkrankung zu Beschwerden kommt, kann der Krebs nur durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen im Frühstadium diagnostiziert werden.

Mit der daVinci-Roboter-assistierten Prostatektomie bieten wir die modernste und schonende OP-Technik in unserer Klinik an

Benigne Prostatahyperplasie (BPH, auch: Prostataadenom oder Prostatahypertrophie)

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata trifft schicksalshaft nahezu jeden Mann im mittleren bis höheren Lebensalter und weist eine typische Symptomatik mit häufigem nächtlichem Wasserlassen, schwachem Harnstrahl und wiederholten Blasenentzündungen auf. Bei ca. 50% aller Männer muss im Verlauf eine Operation der Prostata erfolgen.

Aufgrund unserer großen Expertise dieses Verfahrens können wir nahezu alle Patienten auf minimal-invasivem Wege mit einer Elektro-/Laser-Resektion der Prostata behandeln.

Blasenkrebs

Der Blasenkrebs zählt mit einer Inzidenz von 16000 pro Jahr in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Männer erkranken wesentlich häufiger als Frauen (m:w=3:1).

Das Hauptsymptom ist die schmerzlose Blutverfärbung des Urins, die in jedem Fall urologisch abgeklärt werden sollte. Der überwiegende Teil der Blasentumore kann endoskopisch (TUR-Blase) behandelt werden. In den seltenen Fällen einer in die Blasenmuskulatur einwachsenden Tumorerkrankung ist die operative Entfernung der Blase (Zystektomie) mit folgender Harnableitung indiziert. Diese kann häufig in Form einer sogenannten Neoblase - einem Reservoir aus Darmanteilen erfolgen - über die das normale Wasserlassen über den Penis möglich bleibt.

Nierenkrebs

Nierentumore werden heute zumeist zufällig im Rahmen einer Ultraschall- oder CT/MRT-Untersuchung festgestellt. Meist handelt es sich um Frühstadien, die "organerhaltend" operiert werden können, d.h. es wird nur der Tumor aus der Niere entfernt und die Niere muss nicht entfernt werden.

An unserer Klinik besteht ein besonderer Schwerpunkt der minimal-invasiven laparoskopischen Nierentumorchirurgie, so dass nahezu alle Operationen über einen Schlüssellocheingriff durchgeführt werden können.

Hodenkrebs

Das Hauptsymptom des Hodenkrebses ist die schmerzlose Vergrößerung und Verhärtung des Hodens, die zumeist selbst von den Patienten durch Selbstabtasten bemerkt werden. Vor allem junge Männer in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren sind betroffen. 

Der Hodentumor ist in nahezu allen Stadien durch eine Kombination von Operation und Chemotherapie komplett heilbar, an unserer Klinik wird das gesamte Therapiespektrum angeboten.

Harninkontinenz und Beckenbodenschwäche

Die Harninkontinenz betrifft insbesondere Frauen in höherem Lebensalter und kann als Belastungsinkontinenz (bei Sport, Treppensteigen, Husten) oder als Dranginkontinenz (ausgeprägter Harndrang mit Urinverlust vor Erreichen der Toilette) auftreten.

In unserem interdisziplinären Beckenbodenzentrum erfolgt die genaue Abklärung der Inkontinenzursache u.a. mittels einer Blasendruckmessung (Urodynamik) um dann die individuell angepasste Therapie festzulegen.

Unsere Operationsverfahren umfassen u.a. spannungsfreie Bänder (TVT, TOT) und Beckenbodenrekonstruktionen sowie Blasenhebungen, die auch über unsere daVinci-Roboter-assistierte Technik durchgeführt werden können.

Nierensteine

Als Nierensteine bezeichnet man Ablagerungen (Harnstein) in den Nierengängen oder ableitenden Harnwegen. Der medizinische Fachausdruck für die Nierensteinkrankheit ist Nephrolithiasis oder Urolithiasis, die Nierensteine selbst bestehen am häufigsten aus Calcium-Oxalat und können sich sowohl im Nierenbecken als auch als Auskristallisation im Nierengewebe bilden, sie entstehen vor allem in Zeiten mit vermehrtem Flüssigkeitsbedarf, wie z. B. im Sommer.
Durch Nierensteine kann die Funktion der Niere beeinträchtigt werden bis hin zum Nierenversagen.

Eine akute Nierenkolik durch Bewegung der Steine im Nierenbecken oder Harnleiter stellt ein außerordentlich schmerzhaftes Ereignis dar und erfordert die unmittelbare medizinische Behandlung.

An unserer Klinik werden sämtliche Behandlungsverfahren der Steintherapie einschließlich ESWL (extrakorporaler Steinzertrümmerung), flexibler und starrer URS (Ureterorenoskopie) sowie PNL (perkutaner Nephrolitholapaxie) angeboten.

Wichtig ist besonders die Steinmetaphylaxe, d.h. die an die individuelle Patientensituation angepasste Strategie zur Vermeidung eines erneuten Steinwachstums.

Harnröhrenstriktur

Eine Verengung der Harnröhre (Harnröhrenstriktur) kann verschiedene Ursachen haben und tritt u.a. in Folge von entzündlichen Veränderungen, Verletzungen und Kathetereinlagen der Harnröhre auf und äußert sich symptomatisch durch eine Harnstrahlabschwächung bis hin zum Harnträufeln.

Operative Verfahren können in unserer Klinik auf endoskopischem Wege mittels Harnröhrenschlitzung (Sachse-Urethrotomie) oder im Wiederholungsfall besser durch offen-rekonstruktive Verfahren durch End-zu-End-Anastomose oder Mundschleimhaut-Grafting durchgeführt werden.

Induratio penis plastica (auch Peyronie-Krankheit)

Leitsymptom der Induratio penis plastica (IPP) ist eine neu auftretende, umschrieben tastbare – als Plaque bezeichnete – Verhärtung im Penis, die im erigierten Zustand eine Verkrümmung des Gliedes bewirken kann. Die Verformung stellt sich am häufigsten als Penisverkrümmung, aber auch als Einziehung, sanduhrförmige Einschnürung, flaschenhalsförmige Verjüngung, Verkürzung oder als Kombination dieser Formen dar. Die IPP kann zu (starken) Schmerzen bei der Erektion führen.

Verschiedene Operationsverfahren zur Penisbegradigung einschließlich Grafting und Plikatur stehen an unserer Klinik zur Verfügung.

Erektile Dysfunktion (ED)

Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung, Potenzstörung, im Volksmund auch Impotenz), wenn es einem Mann über einen gewissen Zeitraum hinweg in der Mehrzahl der Versuche nicht gelingt, eine für ein befriedigendes Sexualleben ausreichende Erektion des Penis zu erzielen oder beizubehalten. In einer speziellen Sprechstunde erfolgt bei uns die genaue Abklärung der Ursache der Erektilen Dysfunktion, häufig kann eine medikamentöse Therapie zum Einsatz kommen. 

Das Spektrum der Therapie reicht bis hin zur operativen Implantation einer Penisprothese.