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Risiko für
Kammerflimmern
nimmt zu

30 Min.

Erste Herzmuskelzellen
sterben ab.

3 h

80% des nicht
durchbluteten
Herzgewebes
sind abgestorben

6 h

Das gesamte, nicht
durchblutete Herz-
gewebe ist
abgestorben.

Einen Tag
später

Sofort handeln!

Rufen Sie den
Rettungswagen!

Fahren Sie nicht selbst

Rufen Sie den Rettungswagen!

Jede Verzögerung kann Leben kosten.

Rufen Sie daher sofort einen Rettungswagen - auch wenn Sie lediglich einen Verdacht auf einen Herzinfarkt haben. Fahren Sie auf keinen Fall selbst zum Krankenhaus!

  1. 1. Wählen Sie 112!
    Rufen Sie nur diese Nummer an - andere Rufnummern,
    z.B. die des Hausarztes, verzögern eine Rettung.
  2. 2. Nennen Sie Ihren Namen!
  3. 3. Sagen Sie, dass es sich um den Verdacht auf einen Herzinfarkt handelt!
    So wird auch ein Notarzt mit dem Rettungswagen geschickt.
  4. 4. Beschreiben Sie kurz und prägnant, wo Sie sich befinden!
    Z.B. mittels Adresse oder markanter Umgebungsmerkmale.
  5. 5. Beantworten Sie ggf. Fragen der Rettungsleitstelle!
  6. 6. Bleiben Sie hierbei ruhig und hören Sie aufmerksam zu!
  7. 7. Stellen Sie sicher, dass Sie der Rettungswagen findet!
    Außenbeleuchtung bei Häusern einschalten, Winken bei Eintreffen des Rettungswagens.

Leisten Sie
sofort erste Hilfe!

Leisten Sie sofort erste Hilfe!

Wenn der Betroffene noch bei Bewusstsein ist

  1. 1. Bleiben Sie ruhig!
  2. 2. Befreien Sie sich oder den Betroffenen von einengender Kleidung!
  3. 3. Lagern Sie sich oder den Betroffenen mit einem leicht erhöhten Oberkörper und sorgen Sie für ausreichend Wärme.
  4. 4. Eine bis zwei Nitrokapseln oder Kopfschmerztabletten mit Acetylsalicylsäure können die Blutgefäße weiten und entspannen die Herzmuskulatur.

Was der Betroffene selbst tun kann

Um den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, kann der Betroffene auch selbst wie folgt vorgehen:

  • 1. Atmen Sie tief ein!
  • 2. Husten Sie kräftig!
  • 3. Wiederholen Sie Atmen und Husten alle zwei Sekunden!

Fahren Sie niemals selbst zum Krankenhaus, da die Herzinfarktsituation schnell gefährlich werden kann.

Wenn der Betroffene bewusstlos ist

Ca. 2 Mal pro Sekunde
bis der Notarzt
eintrifft.
Es ist keine
Mund-zu-Mund-
Beatmung
notwendig.
Sofort handeln

Sofort handeln

Bei Kammerflimmern setzt unmittelbar eine Bewusstlosigkeit ein. Ein Puls und regelmäßige Atmung ist nicht vorhanden. Gehen Sie dann wie folgt vor:

  • 1. Rufen Sie unter 112 einen Rettungswagen!
  • 2. Legen Sie den Betroffenen auf den Rücken!
  • 3. Führen Sie wie folgt eine Herzdruckmassage durch bis der Rettungswagen vor Ort ist!
    • Hände übereinander falten
    • Handballen auf die Mitte des Brustkorbs legen!
    • Gleichmäßig in den Brustkorb drücken!

      Ca. 2 Mal pro Sekunde / 4-6 cm tief im Rhythmus von „Stayin‘ Alive“ der Bee Gees

    • Zwischen dem Drücken den Brustkorb komplett entlasten.
    Video
    ansehen

Erstversorgung
durch den Notarzt

Erstversorgung durch den Notarzt

Das Notarzt-Team wird bei einem Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt sofort verschiedene Maßnahmen ergreifen.

Dazu gehört die Durchführung eines Elektrokardiogramms (EKG), um Hinweise auf einen Herzinfarkt zu erhalten. Unregelmäßigkeiten des Herzschlags, die bei einem Infarkt häufig auftreten, lassen sich so rasch erkennen.

Zudem wird eine Sauerstoffmaske angelegt, um das Blut mit Sauerstoff anzureichern und somit auch den Herzmuskel mit mehr Sauerstoff zu versorgen. Eine permanente Überwachung des Blutdrucks ist unabdingbar.

Ein venöser Zugang wird angelegt, über den der Arzt Medikamente verabreichen kann, z.B.:

  • Mittel zur Beruhigung und Schmerzlinderung, etwa intravenöse Opioide (z.B. Morphin)
  • Gerinnungshemmer, z.B. Acetylsalicylsäure oder Heparin.
  • Mittel zur Gefäßerweiterung (Nitrate) bei ausreichendem Blutdruck.
  • Betablocker zur Verlangsamung des Herzschlags, damit das Herz weniger Sauerstoff verbraucht und die Wirkung der Stresshormone gemildert wird.

Behandlung im
Krankenhaus

Behandlung im Krankenhaus

Die Herzkatheter-Untersuchung

Um Herauszufinden, wo sich die Verengung des Herzkranzgefäßes befindet und sie anschließend zu beseitigen, erfolgt im Krankenhaus eine Herzkatheter- Untersuchung.

Dabei wird mit einem dünnen Katheter, der über venöse oder arterielle Adern der Leiste, der Ellenbeuge oder über das Handgelenk eingeführt wird, das Herz bei einem permanenten Röntgenbild untersucht.

Freimachen des Herzkranzgefäßes

Oberstes Ziel der Behandlung im Krankenhaus ist die Versorgung des Herzens mit Sauerstoff und somit die Öffnung des verstopften, bzw. verschlossenen Gefäßes.

Ein winziger Ballon am Katheter, der an der betroffenen Stelle aufgepumpt wird, weitet das Gefäß.

Anschließend wird eine Gefäßstütze - ein kleines, röhrenförmiges Geflecht aus Metall oder Kunststoff - an einem feinen Führungsdraht mit dem Katheter an die entsprechende Stelle befördert. Der sogenannte „Stent“ ermöglicht so den uneingeschränkten Blutfluss.

Bypass-Operationen

Eine Alternative mit weitaus größerem Eingriff stellt die Bypass-Operation bei geöffnetem Brustkorb dar.

Eine körpereigene Vene oder Arterie wird hierbei verwendet, um betroffene Herzkranzgefäße zu überbrücken und das Herz mit Blut zu versorgen.

Die Therapie
danach

Die Therapie danach

Nach einem überstandenen Herzinfarkt und einer erfolgreichen Setzung eines Stents oder einer Bypass-Operation erfolgen bald die ersten Maßnahmen der Rehabilitation.

Je nach schwere des Herzinfarktes wird der Betroffene mit ersten Bewegungsübungen Schritt für Schritt an eine körperliche Aktivität herangeführt. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining soll helfen, die Leistungsfähigkeit wieder herzustellen.

Eine individuelle Aufklärung über gesunde Ernährung, Stressbewältigung und einen angemessenen Lebensstil sollen dem Betroffenen helfen, das Herz zu stärken und Folgeerkrankungen einzudämmen.

Um Angstzustände und Depressionen, die unmittelbar oder langfristig nach einem Herzinfarkt auftreten können, wirksam zu behandeln, können psychologische Gespräche hilfreich sein, um das während eines Herzinfarktes Erlebte zu verarbeiten.

Ein Berufseinstieg nach dem Herzinfarkt ist eine große Herausforderung. Dafür stehen Betroffenen zusätzlich Beratungen zur Verfügung, die auf einen Wiedereinstieg optimal vorbereiten sollen.

Neben Bewegungstherapie und psychologischer Betreuung, ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, die eine Entlastung des Herzens zum Ziel hat, indem sie...

  • schnellen Puls oder Bluthochdruck verringern
  • den Herzmuskel entlasten und
  • die Ablagerung in Herzkranzgefäßen entgegenwirken

Dem Betroffenen
geht es wieder gut

Bei optimaler Versorgung
kann der Betroffene nach
wenigen Tagen das
Krankenhaus verlassen

Dem Betroffenen geht es wieder gut

Wird ein Herzinfarkt schnell behandelt können Folgeschäden eingedämmt werden und der Betroffene kann sich je nach Behandlungsmethode schnell erholen.

Nach einer meist stationären Rehabilitationszeit sollen die dort erlernten Maßnahmen im Alltag fortgeführt werden. Das verlangt Disziplin und den Willen, etwas zu ändern.

Umstellung der Lebensweise

Nach einem Herzinfarkt muss die Lebensweise jedoch gründlich hinterfragt werden. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, sowie ausreichend Bewegung und Sport sollten Bestandteil des Alltags werden.

Auch der Verzicht auf Rauchen, sowie das Reduzieren von Übergewicht ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Gefäßkrankheiten vorzubeugen und verschafft ein bewusstes, gesundes Körpergefühl.

Bestehende Krankheiten, wie Bluthochdruck, Diabetes oder eine Fettstoffwechselkrankheit, müssen parallel zur Infarkttherapie durch den Hausarzt behandelt werden.

Stress gezielt abbauen oder ganz meiden

Vor allem im beruflichen Alltag ist Hektik, Zeit- und Leistungsdruck an der Tagesordnung.

Grundsätzlich sollten nach einem Herzinfarkt Stresssituationen gemieden werden. Ein bewusster Umgang, sowie die Bewältigung durch gezielte Ausgleichsmaßnahmen schützen vor einer stressbedingten Belastung.

Seminare zur Stressbewältigung können hierbei Tipps und Tricks für den Alltag aufzeigen.

Zögern

Der Betroffene wartet ab
- aber warum?

Ein Herzinfarkt ist tückisch:
evtl. keine oder nur leichte
Symptome

Der Betroffene wartet ab - aber warum?

Es gilt in jedem Fall: Rufen Sie den Rettungswagen!

Viele Betroffene zögern damit, einen Rettungswagen anzurufen, da sie die Symptome nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringen oder gar ignorieren.

Angst oder Scham für die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe, sowie der Gedanke, niemandem zur Last fallen oder belästigen zu wollen, können ebenfalls Faktoren für ein Zögern sein.

Patient schiebt
Arztbesuch
auf den
nächsten Tag

Hausarztbesuch
am nächsten Tag

Der Hausarztbesuch am nächsten Tag

Wenn der Arzt die Symptome korrekt deutet, wird er den Betroffenen direkt ins Krankenhaus überweisen. Dort werden sofort entsprechende Maßnahmen, wie z.B. eine Katheteruntersuchung, sowie eine anschließende Therapie eingeleitet.

Es kommt jedoch vor, dass leichte Herzinfarkt- Symptome, wie z.B. Rücken- und Bauchschmerzen sowohl durch den Betroffenen, als auch durch den Arzt fehlinterpretiert werden.

Damit verzögert sich eine Behandlung des Herzinfarktes oder sie wird erst gar nicht begonnen. Das macht den Herzinfarkt auch auf Dauer lebensbedrohlich.

Ein Herzinfarkt hinterlässt in jedem Fall seine Spuren - selbst wenn der Betroffene ihn nicht bemerkt hat. Der Infarkt kann ein Tag, zwei Monate oder sogar mehrere Jahre zurückliegen.

Meist werden nicht diagnostizierte Herzinfarkte auch erst während Routineuntersuchungen entdeckt, bspw. mittels eines Elektrokardiogramms (EKG), das die Aktivitäten aller Herzmuskelfasern untersucht und dabei Unregelmäßigkeiten feststellt.

Im schlimmsten Fall kommt es jedoch zwischenzeitlich zu einem erneuten Herzinfarkt.

Langzeitfolgen
des Herzinfarktes

Langzeitfolgen des Herzinfarktes

Das Herz ist durch den Infarkt nachhaltig geschwächt und verliert mit fortschreitendem Alter schneller an Stärke und Kraft.

Infolgedessen ist sowohl die körperliche, als auch die geistige Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Die Betroffenen können in gewissen Situationen nur noch eingeschränkt am Leben teilnehmen, was oftmals auch zu einer Depression führen kann.

Nicht zuletzt ist aber das Risiko eines erneuten Herzinfarktes innerhalb der folgenden 12 Monate enorm hoch. Jeder zweite Herzinfarkt-Betroffene verstirbt innerhalb des ersten Jahres nach einem überstandenen, ersten Infarkt.

Ignorieren

Patient ignoriert
den Herzinfarkt

Patient ignoriert den Herzinfarkt

Die Tücken der Stillen Infarkte

Herzinfarkte ohne oder mit nur schwachen Symptomen, werden „Stille Infarkte“ genannt. Sie sind in zweifacher Hinsicht tückisch:

  • Entweder werden sie erst gar nicht bemerkt,
  • oder die schwach ausgeprägten Symptome werden nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht.

Besonders bei Frauen zeigen sich die Symptome häufig deutlich schwacher als bei Männern, sodass kleinere Herzinfarkte so lange Zeit unbemerkt bleiben.

Meist kommt es erst nach Tagen, Monaten oder Jahren vor, dass ein Herzinfarkt durch ein EKG während einer Routineuntersuchung festgestellt wird.

Verschleppte Herzinfarkte bergen ein hohes Risiko weiterer Herzinfarkte oder an Folgekrankheiten zu leiden. Sie senken die Lebenserwartung drastisch.

Ignorieren Sie daher auch schwache Symptome nicht, sondern ziehen Sie stets auch einen Herzinfarkt in Betracht.

Patient ignoriert
den Anfall
weiterhin

Kammerflimmern
kann jederzeit
einsetzen

Sterbende
Herzmuskelzellen
können das Herz
aus dem Rhythmus
bringen.

Kammerflimmern kann jederzeit einsetzen

In der Regel pumpt der Herzmuskel das Blut in einem regelmäßigen Rhythmus von den Vorhöfen in die Herzkammern und weiter durch den gesamten Kreislauf. Die Herzmuskelzellen arbeiten dabei koordiniert zusammen.

Durch die Sauerstoff-Unterversorgung des Herzmuskels bei einem Herzinfarkt funktionieren Teile des Herzmuskels nicht mehr richtig, sodass es zu ungeordneten Erregungen der Herzkammern kommt. Der Herzmuskel kann nicht mehr in seinem geregelten Ablauf kontrahieren, sondern beginnt zu flimmern.

Beim Kammerflimmern zuckt das Herz mit hohen Frequenzen bis zu 800 Mal pro Minute - das Blut wird nicht mehr durch den Körper gepumpt.

Das führt zu einer geringen und nicht ausreichenden Nähr- und Sauerstoffversorgung des Körpers und hat innerhalb weniger Sekunden Bewusstlosigkeit zur Folge. Ohne Behandlung tritt kurz danach der Tod ein.

Ein nicht oder erst spät erkannter Herzinfarkt bringt eine Vielzahl an Langzeitfolgen mit sich.

Helfen bei
Bewusstlosigkeit
durch Kammer-
flimmern

Helfen bei Bewusstlosigkeit durch Kammerflimmern

Was können Sie tun?

Wenn der Betroffene bewusstlos ist

Ca. 2 Mal pro Sekunde
bis der Notarzt
eintrifft.
Es ist keine
Mund-zu-Mund-
Beatmung
notwendig.
Sofort handeln

Sofort handeln

Bei Kammerflimmern setzt unmittelbar eine Bewusstlosigkeit ein. Ein Puls und regelmäßige Atmung ist nicht vorhanden. Gehen Sie dann wie folgt vor:

  • 1. Rufen Sie unter 112 einen Rettungswagen!
  • 2. Legen Sie den Betroffenen auf den Rücken!
  • 3. Führen Sie wie folgt eine Herzdruckmassage durch bis der Rettungswagen vor Ort ist!
    • Hände übereinander falten
    • Handballen auf die Mitte des Brustkorbs legen!
    • Gleichmäßig in den Brustkorb drücken!

      Ca. 2 Mal pro Sekunde / 4-6 cm tief im Rhythmus von „Stayin‘ Alive“ der Bee Gees

    • Zwischen dem Drücken den Brustkorb komplett entlasten.
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Der Betroffene erliegt den
Folgen des Herzinfarktes.